Schaufenster Berlin 1955
Archivfoto: Schaufenster Berlin 1955
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An einer Straßenbahnhaltestelle im Westteil Berlins warten Passanten auf die heranfahrende Linie 6; eine mit Werbeplakaten beklebte Anzeigesäule trägt die Aufschrift ‚Straßenbahn Haltestelle‘. Im Hintergrund links ist unverkennbar die kriegszerstörte Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Kurfürstendamm zu erkennen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Mahnmal gesichert, aber bereits zum prägenden Symbol des zerstörten und sich neu aufbauenden Berlins geworden war. Rechts säumt eine belebte Ladenzeile — erkennbar u. a. ein Gemäldegeschäft und weitere Einzelhändler — die Straße, während Volkswagen und andere Fahrzeuge der frühen Bundesrepublik den Verkehr beleben. Das Bild vereint zwei zentrale Motive des Berlins von 1955: den noch allgegenwärtigen Krieg als steinerne Erinnerung und den aufkeimenden Alltag des beginnenden Wirtschaftswunders mit Konsum, Mobilität und städtischem Leben. Die Straßenbahn als Massenverkehrsmittel und die werbetragenden Säulen verweisen auf eine Stadt, die sich inmitten von Trümmern und Aufbruch neu erfindet.
